1.Februar ist Welt-Galgotag

Unsere Gedanken und Herzen sind heute, am Welt-Galgotag, bei all den unzĂ€hligen spanischen Jagdhunden, die jedes Jahr Opfer einer „Tradition“ werden đŸ–€

In Deutschland ist die Hetzjagd aus gutem Grund seit Jahrzehnten verboten. In Spanien wird diese Form der Jagd weiterhin zelebriert, ein Verbot ist trotz etlicher VorstĂ¶ĂŸe von TierschĂŒtzern nicht in Sicht. Spanien begrĂŒndet diese Tierqual (wie auch den Stierkampf) mit der „Tradition“ und als „Kulturgut“ ist diese abartige FreizeitbeschĂ€ftigung vor einem Verbot durch die EU geschĂŒtzt. Auch in der spanischen Bevölkerung gibt es heftigen Widerspruch & Protest, doch die Jagdlobby ist stark und bis in höchste Regierungsebenen gut vernetzt.

Unser Kampf fĂŒr die spanischen Windhunde scheint ein Kampf gegen WindmĂŒhlen zu sein, doch Aufgeben ist natĂŒrlich keine Option.
Wir lesen in den letzten Tagen wieder verstĂ€rkt BeitrĂ€ge zu allen möglichen Varianten des Tötens von Galgos, ganz oben wird das „Klavierspielen“ genannt. Abartiger kann man einen Hund wohl kaum zu Tode kommen lassen, doch wir möchten auch ganz deutlich sagen, dass es sich hier tatsĂ€chlich um EinzelfĂ€lle handelt. Das Ă€ndert natĂŒrlich ĂŒberhaupt nichts an der Grausamkeit, doch seriöse Tierschutzarbeit sollte bei den Tatsachen bleiben und nicht Quote machen mit möglichst drastischen Bildern.

Wie sieht also die RealitÀt in Spanien aus?
Einiges hat sich verschlechtert, doch vieles hat sich auch verbessert.

In den letzten Jahren ist in Spanien der Armutsanteil gewachsen, auch viele junge Menschen sind arbeitslos. Die Jagdvereine finden seither Zulauf, denn in der Gemeinschaft gibt es Anerkennung. Und ein „guter“ Galgo ist billiger als ein protziges Auto, ein hierzulande gĂ€ngiges Statussymbol. Wenn wir vor 10 Jahren noch gehofft haben, dass die Galgueros generationsbedingt „aussterben“, so hat sich diese Hoffnung leider nicht bestĂ€tigt.

Wir sehen jedoch auch, dass der Anteil der JĂ€ger, die halbwegs OK mit ihren Hunden umgehen bestĂ€ndig wĂ€chst. Es werden sehr viel mehr Galgos direkt bei uns abgegeben als noch vor wenigen Jahren. Auch die Hunde in den Perreras sind durchschnittlich in besserem Zustand als frĂŒher. Das alles Ă€ndert natĂŒrlich nichts daran, dass das „Entsorgen“ eines Hundes furchtbar ist, aber bis dahin geht es den Galgos zumindest ein winziges Bisschen besser als noch vor einigen Jahren.

Dadurch, dass die Hunde vermehrt in den Perreras abgegeben und nicht einfach ausgesetzt werden hat sich die Anzahl der streunenden Hunde reduziert. Das ist eine sehr gute Entwicklung, denn Hunde auf der Suche nach Futter & Wasser sind in großer Gefahr. Im Winter können sie erfrieren, im Sommer verdursten. Und natĂŒrlich werden sie auch immer wieder angefahren, wenn sie entlang den Straße unterwegs sind.

Das Tierschutzgesetz sieht auch in Spanien hohe Strafen fĂŒr Misshandlung und VernachlĂ€ssigung vor, doch leider findet dieses Gesetze noch viel zu selten Anwendung und die Strafen fallen mild aus. Zumindest wird in der Presse immer hĂ€ufiger ĂŒber Prozesse gegen Galgueros berichtet und die spanische Öffentlichkeit wird auf das Elend aufmerksam. Auch dadurch werden MissstĂ€nde sehr viel hĂ€ufiger gemeldet als frĂŒher, es gibt deutlich mehr Beschlagnahmungen von Hunden durch die Polizei als noch vor wenigen Jahren.

Es sind winzige Schritte, die uns aber zumindest ein wenig Hoffnung geben. Irgendwann wird das Verbot der Hetzjagd kommen. Bis dahin mĂŒssen TierschĂŒtzer durchhalten und alles tun, um so vielen Galgos wie möglich ein glĂŒckliches Leben zu schenken.

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