Wichtige Hinweise

Die erste Zeit mit dem neuen Familienmitglied ist besonders aufregend, es ergeben sich meist schon im Vorfeld viele Fragen.
Wir haben daher ein paar Informationen rund um die Adoption eines Tierschutzhundes zusammengestellt, mit vielen praktischen Tipps für die ersten Tage und Wochen mit dem Neuankömmling.

Bitte zögern Sie nicht, uns bei Fragen zu kontaktieren – wir helfen gerne!

Bei Ankunft in Deutschland haben die Hunde eine Fahrt von ca. 20 Stunden hinter sich gebracht. Nach dem Ausladen der Boxen auf einem sicher eingezäunten Grundstück, können sich alle Hunde erst einmal die Pfoten vertreten, sich austoben und etwas trinken.
Bitte bringen Sie zur Ankunft ein passendes Halsband, ein Geschirr und eine Leine mit. Für die Rückfahrt im Auto sollten Sie eine Decke, alte Handtücher, Wasser, einen Napf, eine Mülltüte und Zewa vorbereiten.
Kommen Sie lieber zu Zweit als alleine, damit im Auto jemand auf den Hund achten kann. Oft ist man doch sehr aufgeregt über den neuen Familienzuwachs! 😉

Gehen Sie erst zu Hause mit ihm Gassi. Auch Rastplätze sind für unsere Hunde eine Gefahr. Viele der spanischen Hunde kennen sie nicht und die vorbeifahrenden Autos verunsichern sie.

Bei Ankunft im Winter bringen Sie bitte, v. a. für Galgos und Podencos, einen Hundemantel mit. Fragen Sie uns nach Kaufmöglichkeiten, denn die „normalen“ Hundemäntel aus dem Zoohandel passen aufgrund der Anatomie der Windhunde nicht.

Das wichtigste, was Sie zu Anfang benötigen, sind: Leine, Geschirr, Halsband, Näpfe (ggf. Napfständer für größere Hunde, Langlaufleine, Körbchen, Spielzeug und Futter.

Viele der Hunde, die wir vermitteln haben noch nie ein Haus von innen gesehen und durften nie am Familienleben teilnehmen. Sie kommen aus Zwinger- oder Kettenhaltung, wurden zu Jagd gebraucht, lebten auf der Straße. Viele wissen nicht, dass Hände auch streicheln können und Füße mit ihnen einfach nur spazieren gehen.

Zeigen Sie Ihrem Neuzugang in Ruhe sein neues Zuhause und geben Sie ihm Zeit, sich einzugewöhnen.
Die ersten Wochen sollten Sie ihn bitte nicht von der Leine lassen und den Rückruf geübt haben. Nutzen Sie eine Langlaufleine, um ihm den nötigen Auslauf zu ermöglichen. Galgos, Podencos und andere Jagdhunde sollten aufgrund des Jagdtriebs generell nicht von der Leine genommen werden. Besuchen Sie ggf. die in Deutschland mittlerweile weit verbreiteten Galgo-, Podenco- und Hundeausläufe.
Große Veranstaltungen (Kirmes, Stadtfeste, vor allem Feuerwerke) sollten Sie anfangs meiden und erst dann einplanen, wenn Ihr neues Familiemitglied ausreichend Vertrauen zu Ihnen aufgebaut hat und sich bei Ihnen ganz sicher fühlt.
Helfen Sie Ihrem Hund, die schlechten Erfahrungen, die er in Spanien gemacht hat, zu vergessen. Gehen Sie vom ERSTEN MOMENT an fröhlich und selbstbewusst mit ihm um, denn die schlechten Zeiten sind nun vorbei! Seien Sie geduldig, aber auch konsequent!
Sehr ängstliche, scheue oder auch panische Hunde benötigen mehr Zeit, sich an das neue Leben zu gewöhnen, als selbstbewusstere Hunde. Leinen Sie diese Hunde immer am Halsband und am Geschirr an! Bedrängen Sie den Hund nicht und lassen Sie ihm die Zeit, die er braucht, um mit Ihnen warm zu werden. Unterstützen Sie diese „schwere Zeit“ mit viel Lob und Leckerchen.
Da einige Straßenhunde wahre Ausbrecherkönige sein können, empfehlen wir Ihnen die Haus- oder Wohnungseingangstür anfangs vorsichtshalber abzuschließen, kein Fenster komplett offen stehen zu lassen und den Hund nicht unbeaufsichtigt im Garten oder auf dem Balkon zu lassen.
Viele spanischen Hunde haben, aufgrund ihrer schlechten Erfahrungen, Angst vor Männern und ggf. auch vor Kindern. Diese werden dann angebellt und angeknurrt. Auch hier gilt: kein Bedrängen oder Schimpfen, viel Lob und Leckerchen. Als Frau werden Sie es leichter haben, das Vertrauen des Hundes zu gewinnen.
Treppen sind den Hunden oft unbekannt. Versuchen Sie, ihren Hund dieses „Schreckensgespenst“ mit Leckerchen erkunden zu lassen und laden Sie, sofern möglich und verträglich, einen netten Nachbarshund zum Vorzeigen und Üben ein. Dann geht alles schneller.
Lassen Sie anfangs keine Nahrungsmittel auf Tisch(en) und Küchenarbeitsplatte liegen. Unsere Spanier riechen alles Fressbare über mehrere Kilometer und kennen alle Tricks, daran zu kommen.

Bewährt hat sich hochwertiges Trockenfutter oder das sogenannte BARFEN (Rohfütterung).
Bei größeren Hunden lohnt es sich, einen hohen oder verstellbaren Futterständer zu kaufen.
Die Hunde trinken und fressen anfangs oft sehr viel, da sie in Spanien ihr Wasser und Futter meist suchen und oft mit anderen Hunden darum kämpfen mussten. Sie müssen sich nun umstellen und merken, dass es bei uns immer etwas gibt. Füllen Sie den Wassertopf regelmäßig nach und füttern Sie anfangs täglich lieber 2-3 kleinere Portionen. Geben Sie nicht zu viel zu Fressen, denn das macht dick!
Wenn Sie anfangs viel mit Leckerchen arbeiten, bedenken Sie bitte, dass Sie diese bei der Rationierung der Tagesfuttermenge einbeziehen müssen!

Alle Hunde und Unterlagen werden vor Abreise noch einmal von einem spanischen Tierarzt gecheckt und kommen den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend geimpft zu uns nach Deutschland. Jeder Hund besitzt einen EU-Heimtierausweis, den wir Ihnen nach der Ankunft übergeben.

Generell eine tolle Erfindung, sofern man diese nicht fallen lässt! Bedenken Sie, dass spanische Hunde oft überhaupt keine Leine kennen. Wenn Sie die Flexi-Leine nun versehentlich fallen lassen und diese rasant hinter dem Hund hinter her poltert, erschreckt er sich und versucht weg zu rennen. Da die Leine ihn aber weiterhin „verfolgt“, rennt er immer schneller und Sie kommen nicht hinterher.
Er achtet nicht mehr auf seine Umgebung und läuft ggf. auf die Straße und vor ein Auto.
Benutzen Sie deshalb lieber eine Langlaufleine, auf die Sie notfalls treten können, um den Hund zu stoppen!

Alle Hunde (Welpen bis zum 6. Lebensmonat ausgenommen) werden in Spanien bereits auf die sogenannten Mittelmeerkrankheiten getestet. Die Laborunterlagen, soweit vorhanden, werden Ihnen bei der Ankunft übergeben. Wir empfehlen Ihnen, den Test auf Mittelmeerkrankheiten ca. 6 Monate nach Ankunft bei Ihrem Tierarzt zu wiederholen. Erkundigen Sie sich ggf. vorab, ob Ihr Tierarzt die nötigen Fachkenntnisse besitzt.
Bedenken Sie, dass die Hunde oft keine Kondition haben. Fangen Sie mit kleineren Spaziergängen an und steigern Sie die Strecken langsam.
Viele der Hunde haben, aufgrund von Mangelernährung und Fressen vom Boden, schlechte Zähne sowie auch Hautprobleme. Hier empfehlen wir anfangs den Zusatz von Nahrungsergänzungsmitteln und nach einer gewissen Zeit eine Zahnsteinreinigung, sofern diese durch die neue Fütterung noch nötig ist. Sprechen Sie sich ggf. mit Ihrem Tierarzt ab.
Bitte beachten Sie, dass wir keine Gesundheits-Garantie übernehmen können.

Ob unsere Hunde mit Katzen zusammenleben können, lässt sich nicht so einfach sagen. Die Tierheime vor Ort machen Katzentests: Der Hund wird mit der Katze zusammengelassen. Geht er gleich auf sie los, kann man mit Sicherheit sagen, dass er nicht katzenverträglich ist. Bellt er sie an oder springt er auf sie zu, kann dies durchaus eine Aufforderung zum Spiel sein. Es gibt auch Hunde, die ängstlich sind, erst kurz im Tierheim, und die die Katze einfach ignorieren. An dieser Stelle können wir die Einschätzung der Tierheimmitarbeiter weitergeben. Was wir nicht können, ist vorauszusehen, wie sich der Hund in seinem neuen Zuhause verhält.
Es gibt Hunde, die so glücklich sind, ein neues Zuhause zu haben (oder das erste überhaupt) und die vom ersten Moment auch super mit Katzen klar kommen.
Dann gibt es diejenigen, die die eigenen Katzen in Ruhe lassen, fremde aber jagen.
Weiterhin gibt es die Hunde, die zwar den Katzentest bestanden haben, aber dann doch auf die Katze losgehen. Hier ist eine feste und geduldige Hand gefragt, die die Tiere aneinander gewöhnt.
Und es gibt die, die gleich mal ihre Grenzen austesten. Auch hier ist eine feste Hand erforderlich.
Bedenken Sie, dass die Hunde einen 20stündigen Transport hinter sich haben. Stress, eine neue Umgebung, neue Menschen, unbekannte Tiere. Da kann man wirklich nicht erwarten, dass der neue Mitbewohner sich gleich mit der Katze auf der Couch niederlässt und sie liebevoll abschleckt. Hunde sind Lebewesen, die nach so einem Stress auch so reagieren.
Was auch bedacht werden muss ist, wie geht die Katze mit dem Hund um? Es ist ihr Reich in das der Hund eindringt. Auch wenn sie jahrelang mit dem bisherigen Hund gelebt hat, heißt das noch lange nicht, dass sie den neuen akzeptiert. Es liegt also auch nicht immer am Hund.
Gleiches gilt übrigens auch für das Zusammenleben mit Kleintieren wie Kaninchen, Meerschweinchen etc. Mit Kleintieren können keine Tests in Spanien gemacht werden, da es in den Tierheimen keine gibt. Dort befinden sich ausschließlich Hunde und Katzen. Letztere übrigens wesentlich weniger. Die arme Katze im Büro von Isabel in Caceres ist schon ganz durch den Wind. Der eine Hund will sie fressen, der nächste will mit ihr spielen, der nächste bellt sie an…
Wir können also keine Garantie geben, ob der Hund katzenverträglich ist.
Wenn Sie sich nicht zutrauen einen Hund der den Katzentest bestanden hat und ihre Katze aneinander zu gewöhnen, sollten Sie einen Welpen aufnehmen. Das ist die problemloseste Möglichkeit.

Galgos und Podencos haben keine Unterwolle und somit ein sehr „dünnes Fell“ und wenig Fettschicht. Im Winter und bei Regen ist es daher notwendig, diese mit einem Hundemantel auszustatten. Sie frieren schnell und können sich leicht erkälten.

Erkundigen Sie sich, welche „modernen“ Hundeschulen es in Ihrer nächsten Nähe gibt und was diese anbieten.
Schauen Sie sich diese vorab an und fragen Sie nach deren Erfahrungen mit Auslandshunden. Leider gibt es einige Hundetrainer und –schulen, die von Auslandshunden nicht gerade begeistert sind und die sich das im Kurs anmerken lassen. Das muss nicht sein!
Spanische Hunde kennen keine Erziehung, wie wir sie kennen. Wenn sie etwas nicht dürfen, werden sie in Spanien oft (weg)getreten oder geschlagen. Lob erfahren sie selten.
Fangen Sie deshalb behutsam mit der Erziehung an, ohne ihre Angst zu verstärken.
Testen Sie, ob Ihr Schützling Spaß an Hundesport oder Nasenarbeit hat. Viele Hundeschulen bieten mittlerweile eine Ausbildung zum Suchhund bzw. Mantrailing an. Besonders für Galgos, Podencos und Jagdhunde ist dies eine abwechslungsreiche Alternative, da sie nicht von der Leine gelassen werden sollten.

Alle unserer Hunde kommen kastriert nach Deutschland, es sei denn sie sind zum Zeitpunkt der Reise krank, gehandicapt oder noch zu jung.

Beides ist den spanischen Hunden meist unbekannt, wird aber sofort sehr gerne angenommen. Entscheiden Sie vorab, was Sie ihrem Neuzugang gönnen möchten: Körbchen oder Sofa?
Galgos und Podencos haben liegeempfindliche Gelenke, da sie eine dünne Haut und wenig Fett besitzen. Hier lohnt sich der Kauf eines dicken Hundekissens oder einer Hundematratze. Auch Bettdecken werden gerne angenommen.
Für kleine Hunde empfehlen wir gerne große Weidenkorb-Höhlen, die oft für Katzen angeboten werden. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen.
Stellen Sie das Körbchen bzw. die Decke an einen etwas geschützteren Ort, so dass Ihr Hund nicht direkt im Weg liegt und Ruhe findet.
Das Sofa und Ihr Bett ist natürlich das Beste, was Sie anbieten können. Seien Sie konsequent, wenn sie diese zur Tabu-Zone erklärt haben, denn die Hunde werden es immer wieder versuchen, diese tollen und erhöhten Liegeplätze zu erobern. 😉

Jedes Bundesland verfügt über eine eigene Landeshundeverordnung. Erkundigen Sie sich vor der Ankunft ihres Neuankömmlings nach den jeweiligen Bestimmungen. NRW schreibt z.B. für jeden großen Hund (min 40 cm groß oder 20 kg schwer) einen Sachkundenachweis (nicht zu verwechseln mit einem Wesenstest!) vor.

Alle Hunde werden vor Abreise, wenn nötig, gewaschen, um Ihnen den unangenehmen Tierheim-Geruch zu ersparen. Es kann allerdings vorkommen, dass sich einige Hunde während der Fahrt lösen. Je nach Herkunft werden die Hunde mit einem Puder gegen Parasiten behandelt, was natürlich auch einen unangenehmen Geruch hat und das Fell stumpf macht.
Bitte baden Sie Ihren Hund (wenn möglich) nicht sofort, um ihm weiteren Stress und einen Schock zu ersparen!

Bei den meisten unserer Schützlinge sind die Eltern unbekannt. Wir versuchen dennoch anhand der Beschreibung und der Fotos auch bei Mischlingen die Rasse und somit deren rassetypischen Eigenschaften anzusprechen. Jeder Interessent sollte sich über die eigentliche Bestimmung einer Rasse und deren Aufgabe (das Internet bietet hier sehr viel Infomaterial) im Vorfeld informieren. Suchen sie beispielsweise einen richtigen Couchpotato, dann sind sie mit einem Terrier oder Terriermischling höchstwahrscheinlich falsch beraten, denn der muss beschäftigt werden. Unsere Vermittler stehen Ihnen mit Rat und Tat gerne zur Seite.

Nicht jeder Hund, der aus Spanien kommt, ist schon stubenrein. Einige sind von der ersten Sekunde an sauber, andere benötigen mehr Zeit.
Machen Sie es dann wie bei einem Welpen. Gehen sie regelmäßig alle paar Stunden raus und stellen Sie abends ggf. den Wassernapf weg. Üben Sie Geduld und auch hier gilt das Motto: Loben anstatt Strafe!
Für die Nacht haben sich Wickelunterlagen (Babyabteilung) und alte Handtücher statt Zeitungspapier bewährt.

Die Hunde sind alle bereits in Spanien mit einem Microchip versehen und dort auf das jeweilige Tierheim angemeldet worden. Sobald sie Spanien verlassen haben, werden sie bei der dortigen Registrierungsstelle abgemeldet und von uns bei TASSO gemeldet.
Bitte melden Sie Ihren Hund direkt nach Ankunft bei TASSO um und bei der für Sie zuständigen Registrierungsstelle auf Ihren Namen an!

Wir raten Ihnen dringend, noch vor Ankunft eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Sollten Sie schon einen Hund und somit eine Versicherung haben, müssen Sie den Neuankömmling zusätzlich anmelden.
Viele Versicherungen bieten auch eine Krankenversicherung und/oder eine OP-Kosten-Versicherung für Tierhalter an. Das Abschließen einer solchen Versicherung ist recht teuer und man weiß vorab nie, ob sich das lohnt oder nicht. Alte Hunde werden dort meist nicht mehr aufgenommen.

Sie haben schon einen oder mehrere Hunde und nun kommt noch ein neuer Schützling zu Ihnen?
Führen Sie die Hunde bei Helligkeit an einem neutralen Platz (nicht in der Nähe Ihres Autos und Zuhauses) zusammen und machen sie einen längeren Spaziergang, damit sich alle in Ruhe beschnuppern können. Erst dann sollten Sie Ihr Heim betreten. Gehen Sie oder eine andere Person mit dem Ersthund voran und lassen Sie den Neuankömmling folgen.
Gerade anfangs ist die Umstellung von einen auf zwei Hunde gewöhnungsbedürftig. Sprechen Sie uns bei Bedarf an, um Tipps zu bekommen!