Die wichtigsten Fragen & Antworten zu Leishmaniose

 

Was ist Leishmaniose beim Hund?

Die Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, die von im Blut oder Gewebe befindlichen Parasiten hervorrufen wird: den sogenannten Leishmanien (Leishmania infantum). Diese Erreger befinden sich im Speichel der Sandmücke, einer Unterart der Schmetterlingsmücken, und werden beim Stich auf den Hund übertragen.

 

Ist Leishmaniose ansteckend?

Nein. Die Sandmücke überträgt den Erreger mit ihrem Stich, und zwar vollkommen unabhängig davon, ob sie vorher einen Leishmaniose positiven Hund gestochen hat. Die Leishmaniose wird daher nicht von bereits infizierten Hunden über die Mücke auf andere Hunde (oder Menschen!) übertragen, sondern erst durch den Speichel der Sandmücke initial ausgelöst.

 

Was bedeutet der Befund „Leishmaniose positiv“?

  • Beim Antikörpernachweis wird festgestellt, dass der Hund mit dem Erreger in Kontakt kam.
  • Dieser Befund bedeutet aber zunächst lediglich, dass der Hund mit dem Erreger in Kontakt kam. Der Hund muss nicht an Leishmaniose erkrankt sein und möglicherweise bricht die Krankheit auch nie aus.
  • Ein „positiver“ Hund kann symptomfrei sein und es bleiben, wenn seine Immunabwehr den Erreger gut unter Kontrolle hat.
  • In einem gesunden Umfeld lässt sich die Leishmaniose in der Regel gut kontrollieren, bei den meisten Hunden in Deutschland kommt es selten zu einem Ausbruch der Krankheit.

 

Kann auch ein auf Leishmaniose negativ getester Hund den Erreger in sich tragen?

Ja! Aufgrund der großen Zeitverzögerung zwischen Stich der Sandfliege und Nachweis der Leishmaniose-Antikörper kann auch ein Hund, der zunächst negativ auf Leishmaniose getestet wurde den Erreger bereits im Körper haben. Die Leishmanien werden typischerweise im Blut nachgewiesen, können sich aber auch im Rückenmark oder in den Lymphknoten befinden. Daher ist der Nachweis über Blutentnahme nicht zu 100% sicher. Symptome können erst Wochen, Monate oder Jahre nach dem Stich auftreten. Oftmals sehen Tierhalter aufgrund des großen Zeitfensters keinen Zusammenhang zwischen den Beschwerden des Hundes und der Möglichkeit einer Leishmaniose-Infektion.

Ein Nachtest auf alle MMK (Mittelmeercheck) ist daher 6 Monate nach der Adoption unbedingt erforderlich! Bei Auftreten der unten genannten Symptome ist unbedingt abzuklären, ob der Hund möglicherweise doch infiziert ist, auch wenn der letzte Test „negativ“ war.

 

Wie beeinflusst ein positiver Befund die Lebensqualität des Hundes?

Solange der Hund keine Symptome zeigt, kann er mit der Leishmaniose gut und ohne Einschränkungen leben, er hat auch keine geringere Lebenserwartung.

Eine rechtzeitige Therapie bei auftretenden Symptomen kann den Verlauf der Krankheit bremsen und die Symptome wirksam eindämmen.

 

Was bedeutet die Infektionskrankheit für einen in Spanien lebenden Hund?

Die Hunde in unseren spanischen Tierheimen sind leider besonders gefährdet, die Krankheit bricht aufgrund der Haltungsbedingungen viel häufiger aus als bei Hunden in Deutschland. Der Stress, die Hitze und die unzureichenden Betreuungsmöglichkeiten führen dazu, dass auch ein Hund mit niedrigem Titer sehr plötzlich Symptome der Krankheit zeigen kann, die Therapiemöglichkeiten sind oftmals eingeschränkt.

Für Leishmaniose positive Hunde ist es daher überlebenswichtig, möglichst schnell in ein gesundes Umfeld zu kommen.

 

Was muss ich beachten, wenn ich einen Leishmaniose positiven Hund halte?

3 Dinge sind besonders wichtig:

  • Regelmäßige Kontrolle der Blutwerte (mind. 2x Jahr). Die Bluttests sollten Ende Januar/ Februar und Anfang September/Oktober gemacht werden, denn die Leishmanien sind überwiegend in dieser Zeit im Körper eines Hundes aktiv.
  • Der Hund braucht ein ruhiges, liebevolles Umfeld, denn Stress begünstigt nachweislich die Vermehrung der Leishmanien im Körper.
  • Einzelnen Nahrungsmittel begünstigen die Leishmaniose, daher muss bei der Fütterung auf die Inhaltsstoffe insbesondere von Fertigfutter und Snacks geachtet werden. Innereien und Haut sollten völlig vom Speiseplan eines positiven Hundes verschwinden.

 

Woran erkennt man den Ausbruch der Krankheit?

Die Leishmaniose zeigt sich leider nicht immer über ein typisches Symptombild. Die Beschwerden können zunächst unauffällig und wenig besorgniserregend sein, Symptome können einzeln oder in unterschiedlicher Kombination auftreten.

Halter von Leishmaniose positiven Hunden müssen daher sehr sorgfältig auf Veränderungen ihres Hundes achten und frühzeitig durch den Tierarzt abklären lassen, ob die Leishmaniose möglicherweise aktiv ist.

 

Welche Symptome sind typisch?

Ein Ausbruch der Krankheit zeigt sich oftmals zunächst durch Haut- und Fellveränderungen (die mit Räude bzw. Befall mit Demodex-Milben verwechselt werden können). Das kann Haarausfall am Kopf, um die Augen, an den Ohren und Hinterbeinen sein oder die Haut kann sich schuppen und eitrige, nässende Wunden zeigen. Eine schlechte Wundheilung (trotz medikamentöser Behandlung) ist typisch für das Krankheitsbild.

Innenorgane

  • Deutlicher Gewichtverlust
  • Appetitlosigkeit
  • Durchfall
  • blutiger Kot
  • Erbrechen
  • Nasenbluten
  • Nierenversagen, erkennbar durch den alkalischen Geruch und schäumenden Urin
  • Gelenkschmerzen
  • Entzündung der Muskeln
  • Geschwollene Lymphknoten

Haut und Fell

  • Schuppenbildung
  • Änderung der Hautfarbe
  • Unerklärliche Wunden an Schnauze und Pfoten
  • Sprödes Haarkleid / Haarausfall
  • Geschwüre auf der Haut
  • Schnell wachsende und brüchige Krallen

Natürlich ist nicht jedes diese Symptome ein Beleg für Leishmaniose, aber insbesondere wenn mehrere Symptome gemeinsam auftreten sollte jeder Hundehalter alarmiert sein.

 

Was tun, wenn mein Hund Symptome zeigt?

Das Tier sollte auch bei unklaren Symptomen sofort einem erfahrenen (!) Tierarzt vorgestellt werden. Viele Tierärzte in Deutschland haben bislang wenig Berührung mit Leishmaniose, doch umfangreiche Fachkenntnis über diese Krankheit ist hier extrem wichtig. Falsche Behandlung kann für einen an Leishmaniose erkrankten Hund fatale Folgen haben.

Typischerweise wird zur Abklärung ein Antikörper-Test und eine Eiweißelektrophorese gemacht. Auch ein Blutbild zur Überprüfung der Organwerte ist zwingend erforderlich, da bei einem Ausbruch der Krankheit oft auch Leber und Nieren bereits geschädigt sein können.

Wenn die Krankheit früh genügend erkannt und richtig behandelt wird, kann der Hund gut und lange damit leben. Je nach Stadium der Krankheit gibt es verschiedene Therapieformen.  Bleibt die Leishmaniose unentdeckt und unbehandelt, kann dem Tier meist nicht mehr geholfen werden.

Wir beraten alle unsere Adoptanten umfangreich zur Analyse und Bewertung des Blutbildes sowie zu den benötigten Medikamenten.

 

Welche Kosten entstehen?

  • Als verantwortungsbewusster Hundehalter sollte man die Blutwerte seines Hunde 1 x pro Jahr kontrollieren lassen. Beim Leishmaniose positiven Hund kommt mind. eine weitere zusätzliche Blutuntersuchung pro Jahr hinzu, Kosten um 120€
  • Die Fütterung eines Leishmaniose positiven Hundes ist nicht zwingend teurer, wobei auf einen möglichst geringen Anteil von Innereien im Fertigfutter geachtet werden sollte.
  • Bei einem Ausbruch der Krankheit entstehen Kosten für Behandlung und Medikamente in Abhängigkeit der Schwere der Erkrankung. Bei der purinarmen Fütterung muss dann komplett auf Innereien verzichtet werden.

 

Ist eine Impfung gegen Leishmaniose empfehlenswert?

Die beiden derzeit zur Verfügung stehenden Impfstoffe dürfen nur Hunden geimpft werden, die älter als sechs Monate sind und Leishmaniose negativ getestet sind. Zur Grundimmunisierung müssen die Hunde 3 x im Abstand von je 3 Wochen geimpft werden. Der Impfschutz setzt 4 Wochen nach der 3. Impfung ein und muss im jährlichen Abstand aufgefrischt werden. Die Impfung bietet in der Regel einen gewissen Schutz vor einer Erkrankung, verhindert die Infektion mit Leishmanien jedoch nicht.

Wichtig zu wissen: Die Impfung macht nur dann Sinn, wenn vollkommen ausgeschlossen werden kann, dass der Hund den Erreger bereits im Körper trägt. Bei Hunden aus dem Auslandstierschutz ist aufgrund der oben beschriebenen verzögerten Nachweisbarkeit trotz „negativem“ Bluttest nicht garantiert, dass der Hund bereits infiziert ist.

 

Wie soll ich meinen Leishmaniose positiven Hund füttern?

Insbesondere während der Gabe des Medikaments Allopurinol sollte möglichst purinarm gefüttert werden. Ideal ist Frischfütterung mit Muskelfleisch (ohne Innereien und anderen fleischliche Nebenprodukte), Gemüse und Kohlenhydraten.

  • Durchwachsenes Muskelfleisch vom Rind
  • Geflügelbrust ohne Haut
  • Lammfleisch aus der Keule
  • Kartoffeln, Nudeln, Reis
  • Joghurt, Hüttenkäse, Quark
  • Gekochte Eier
  • Frisches Obst (Apfel, rote Beeren, Aprikosen)
  • Gegartes Gemüse (Karotten, Fenchel, Weisskohl)

 

Tritt Leishmaniose nur bei Hunden aus Südeuropa auf?

Leishmaniose wird als eine der „Mittelmeer-Krankheiten“ bezeichnet, weil die Überträger/Wirte dort ihren natürlichen Lebensraum haben. Trotzdem gibt es in den letzten Jahren immer häufiger Fälle von Leishmaniose bei Hunden, die Deutschland nie verlassen haben. Durch die Klimaerwärmung dehnt sich der Lebensraum der Sandmücke nach Norden aus. Tierärzte empfehlen bereits einen Schutz während der warmen Jahreszeit.

Ein in Deutschland lebender Hund kann sich auch bei einem Urlaubsaufenthalt in Süd-Europa infizieren. Hundehalter sollten ihre Tiere vor Urlaubsreisen in den Mittelmeerraum mit Spot-On-Präparaten entsprechend schützen. Herkömmliche Moskitonetze nützen meist nichts, da die Sandmücken kleiner sind als die Maschen der Netze. Da die Stechmücken in der Dämmerung aktiv werden, sollten die Hunde in dieser Zeit möglichst in Innenräumen bleiben.

 

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